Liebe Gemeinde,

am 31. Oktober 1517 hat Martin Luther 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt. Er richtete sich darin z.B. gegen den Ablasshandel, bei dem sich die Leute von ihren Sünden freikaufen sollten. Eigentlich wollte Luther damit nur eine Diskussion unter Gelehrten herbeiführen. Aber es kam anders. An diesem Tag begann etwas, dass die Welt auf den Kopf stellen sollte. Die Reformation der Kirche wurde in Gang gesetzt.
Die Thesentür in der Cunersdorfer Kirche erinnert an die Ereignisse vor 500 Jahren. Bis heute berufen wir uns auf die reformatorischen Gedanken, die von Martin Luther durchgesetzt wurden. Bis heute sind wir überzeugt, dass wir ohne Leistungen, gute Werke und Geldzahlungen zu Gott kommen, einfach durch unseren Glauben und durch seine Gnade. Bis heute lesen wir in der Bibel, die Martin Luther ins Deutsche übersetzt hat.
Zu Recht wird das 500-jährige Reformationsjubiläum in Deutschland groß gefeiert. Lasst uns in diesen Tagen die Botschaft, die Luther wiederentdeckt hat, neu wahrnehmen: Wir haben einen gnädigen Gott. Ihm zu vertrauen führt uns zum Leben. Diese reformatorische Botschaft soll uns in den Monaten Oktober und November und noch lange darüber hinaus begleiten. In allen Lebenssituationen gibt sie uns die Gewissheit: Der Weg zu Gott steht uns offen. Mit allen Freuden und mit allen Sorgen können wir zu ihm kommen. Und wir wissen: Die Freuden sind Vorboten der himmlischen Freude und alle Sorgen werden uns genommen werden, weil uns unser Weg zu Gott führt. Das macht uns frei. Und diese Freiheit ist heute dieselbe wie vor 500 Jahren.
In diesem Sinne gehöre ich sehr gerne zur Evangelisch-Lutherischen Kirche und so freue ich mich auf den 500. Reformationstag. Lassen auch Sie sich von dieser reformatorischen Freude anstecken? Mit dieser Frage wünsche ich Ihnen gesegnete Monate Oktober und November und einen fröhlichen 500. Reformationstag.


Ihr Pfarrer
Matti Schlosser

   
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