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Andacht zum Monatsspruch
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Geschwister im Glauben,
Ostern steht vor der Tür! Sichtbar wird die Osterzeit an vielen Osterhasen, nicht nur in den Geschäften, aber auch an den Ostereiern, die vielerorts aufgehängt werden. Sie sind die sichtbaren Zeichen des Osterfestes. Daran sehen wir: Es wird Ostern. Während der Osterhase mit unserem Glauben eher wenig zu tun hat, steht das Osterei für das neue Leben, das aus der scheinbar toten Schale herauskommt. Es ist damit ein Symbol für die Auferstehung Jesu von den Toten.
Genau das ist uns Christen wichtig! Es soll nicht nur sichtbar werden, dass Ostern ist, sondern was Ostern bedeutet. Deshalb feiern wir auch die Oster-Gottesdienste, um uns das vor Augen zu halten. Wir schauen Karfreitag auf das Kreuz, an dem Jesus starb. Wir blicken damit in den Abgrund des Todes. Und am Ostertag hören wir auf die Geschichten vom Auferstandenen. Vor unserem inneren Auge sehen wir das leere Grab und wie der auferstandene Herr erst den Frauen, dann den Jüngern begegnet.
So, wie sie ihm neu vertrauen, so wächst dadurch auch unser Vertrauen. Wenn wir Ostern feiern und auf das blicken, was damals geschah, stärkt uns das für unseren Alltag. Es hilft uns, unseren Weg wieder neu mit dem lebendigen Herrn zu gehen.
Der Monatsspruch für den Monat April allerdings schaut auf einen Mann, der das erste Osterfest, den Tag der Auferstehung Jesu, verpasst hatte. Der Jünger Thomas war nicht dabei, als sich Jesus den Seinen zeigte. Und so zweifelte er. Erst, als auch er Jesus begegnete, konnte er Glauben. Jedoch sagte ihm Jesus daraufhin:
Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Johannes 20,29)
Möglicherweise sind auch wir manchmal wie Thomas. In den Momenten, in denen uns Jesus nicht vor Augen steht, fällt es auch uns schwer, zu glauben. Es kann sein, dass wir Schweres erleben und uns fragen, warum er nicht hilft. Oder aber wir vergessen ihn, weil wir ihn scheinbar nicht brauchen. Zweifel, ob sie uns bewusst sind oder nicht, gehören auch zu uns. Wie gut, wenn uns das Osterfest dazu führt, dass wir glauben, auch dann, wenn wir Jesus gerade nicht sehen oder nicht spüren.
Letztlich aber hatte sich Jesus Thomas eben doch gezeigt. So konnte er glauben. Ich bin überzeugt, so kommt er auch zu uns, auch wenn wir ihn nicht wie einst Thomas direkt vor uns sehen. Aber er lässt uns seine Nähe erleben, vielleicht zu Ostern. Und das lässt uns glauben. In diesem Sinne wollen wir das Osterfest feiern und in diesem Sinne sollen uns alle sichtbaren Zeichen des Osterfestes an den auferstandenen Jesus erinnern.
Eine frohe und gesegnete Osterzeit wünscht Ihnen / euch
Ihr /euer Pfarrer Matti Schlosser
