Liebe Sehmaer,

langsam zieht wieder eine gewisse Normalität ein. Die Geschäfte sind offen. Wir können uns wieder die Haare schneiden lassen. Sogar in der Bundesliga rollt wieder der Ball. Nicht zu vergessen: Wir feiern wieder Gottesdienste. Doch die neue Normalität ist eine andere Normalität. Es ist eine Normalität, die sich an vielen Stellen hinter einer Maske verbirgt. Vieles ist anders als vor Corona. Oft ist zu hören: Die Welt wird nach Corona eine andere sein. Nur langsam verstehen wir, was das bedeutet. Jede und jeder von uns hat verschiedene Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen davon, wie die Welt sein soll, wenn die Corona-Krise endlich vorbei ist. Mit gemischten Gefühlen fragen sich viele, wie das alles ausgeht. Da mischen sich Hoffnungen und Befürchtungen.

Der Monatsspruch für den Monat Juni (er ist im Bibeltext unterstrichen) steht im 1. Buch der Könige im 8. Kapitel. Er stammt aus dem langen Gebet, das König Salomo zur Einweihung des Tempels gesprochen hat. Als im 10. Jahrhundert vor Christus der erste Tempel in Jerusalem eingeweiht wurde, da haben die Menschen gespürt: Gott ist da. Er lässt auch unsichere Zeiten gut ausgehen. Diese Gewissheit bringt Salomo vor Gott. Er betet: Wenn eine Hungersnot oder Pest  der Dürre oder Getreidebrand oder Heuschrecken oder Raupen im Lande sein werden oder sein Feind im Lande seine Städte belagert oder irgendeine Plage oder Krankheit da ist – wer dann bittet und fleht, es sei jeder Mensch oder dein ganzes Volk Israel, die da ihre Plage spüren, jeder in seinem Herzen, und breiten ihre Hände aus zu diesem Hause, so wollest du hören im Himmel, an dem Ort, wo du wohnst, und gnädig sein und schaffen, dass du jedem gibst, wie er gewandelt ist, wie du sein Herz erkennst – denn du allein kennst das Herz aller Menschenkinder. (1. Könige 8,37-39)

Diese Worte beeindrucken mich. Diese Gewissheit von König Salomo brauchen wir auch in unseren Tagen. Gott kennt uns. Er kennt unsere Hoffnungen und unsere Befürchtungen. Er weiß, was uns in unseren Herzen und in unseren Gedanken bewegt. Doch wer in seinem Herzen auf Gott vertraut, den wird er gut führen in Zeit und Ewigkeit. Unsere Aufgabe ist es, ihm unser Vertrauen entgegen zu bringen, gerade
in unseren unsicheren Zeiten. Gott ist da zu jeder Zeit, auch ohne Tempel. Diese Gewissheit und dieses Vertrauen werden uns gut tun. Uns allen wünsche ich dieses Vertrauen und diese Gewissheit für die
kommenden Monate Juni und Juli. Das stärke uns – wie auch immer die „Corona-Normalität“ aussehen mag. Gott beschenke Sie / euch in dieser Zeit mit Gesundheit und Segen.

Ihr / euer Pfarrer Matti Schlosser


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