"Ein Platz für die Trauer"


November 2010

Liebe Gemeinde! Der November ist wohl ein Monat, den die meisten nicht so sehr mögen. Das liegt daran, dass viele mit diesem Monat Dinge verbinden, die den Verlust des Schönen darstellen: Regentage, Kälte, Dunkelheit. Zu all dem endet im November das Kirchenjahr mit den ernsten Gedanken um die Vergänglichkeit des Lebens. Trauer und Traurigkeit scheinen einen besonderen Platz in dieser Zeit zu haben. Und das ist gut so. Denn auch wenn sich kein Mensch nach Trauer sehnt, so gehört sie doch zum Menschsein. Die Bibel sagt sogar an einer Stelle: „Trauern ist besser als Lachen; denn durch Trauern wird das Herz gebessert.“ (Prediger 7,3)
Nicht, dass die Bibel etwas gegen Freude und Spaß hätte. In ihr spiegelt sich vielmehr die Erfahrung wider, dass ein Leben, welches Tiefen kennt eben auch Tiefe bekommt. Diesen biblischen Impuls zu betonen ist mir persönlich wichtig, weil meines Erachtens sehr viel Oberflächlichkeit in unserer Zeit herrscht. Vielleicht kann ja tiefe Freude nur dann empfunden werden, wenn auch die Trauer im Leben einen Platz hat.

„Einen Platz für die Trauer“ zu schaffen, so könnte man auch das Anliegen des „Förderkreises zur Einrichtung und Pflege einer Bestattungs- und Gedenkstätte für stillgeborenes Leben“ nennen.
Im vergangenen Jahr wurde viel nachgedacht und diskutiert, in welcher Weise der Not und Trauer von Eltern, die ein Kind verloren haben, Raum gegeben werden kann.
Geplant ist nun, auf dem Friedhof in Sehma eine Stätte der Erinnerung einzurichten, die zugleich die Möglichkeit enthält, so genannte fehlgeborene oder besser: stillgeborene Kinder würdevoll zu bestatten.

Es grüßt Sie auch im Namen des Kirchenvorstandes und der Mitarbeiter

Ihr/euer Pfarrer Uwe Liewald

Im Zentrum der Bestattungs- und Gedenkstätte soll der abgebildete Gedenkstein errichtet werden.

September 2011

Der „Förderkreis zur Einrichtung und Pflege einer Bestattungs- und Gedenkstätte für stillgeborenes Leben“ informiert:


Wir freuen uns, dass auf unserem Friedhof ein Ort entsteht, wo in besonderer Weise zu früh gestorbener Kinder gedacht werden kann oder auch jene würdevoll beigesetzt werden können, für die (noch) keine Bestattungspflicht besteht. Seitdem wir im November 2010 über das Anliegen des Förderkreises informierten sind nun einige Monate ins Land gegangen und es hat sich allerhand getan. Einige Gemeindeglieder haben signalisiert, sich bei der Pflege der Bestattungs- und Gedenkstätte engagieren zu wollen, wenn sie denn vorhanden ist. Der Weg dahin scheint nicht mehr weit, denn der Gedenkstein ist in der Steinmetzwerkstatt Scheunert fertiggestellt worden. Die dortigen Handwerker warten nur noch auf eine Terminvereinbarung unsererseits und dann kann der Stein gesetzt werden. Die Gestaltung um den Stein ist noch nicht abschließend festgelegt, so dass gern noch Ideen einfließen können, die möglicherweise noch in diesem Herbst umgesetzt werden. Dankbar sind wir auch für alle finanzielle Unterstützung. Bisher sind bereits 1.041 € gespendet worden. Das ist schon die knappe Hälfte für den Stein. Der Leiter des Jugendchores der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge Herr Dr. Zwiener hat zugesagt, uns gern mit einem Benefizkonzert seines Chores im Mai nächsten Jahres zu unterstützen. Bei Anfragen wenden Sie sich bitte an Pfr. Liewald.


November 2011

Der „Förderkreis zur Einrichtung und Pflege einer Bestattungs- u. Gedenkstätte für stillgeborenes Leben“, der zu unserer Kirchgemeinde gehört, hat am Ewigkeitssonntag 2011 unter GOTTES Wort und Gebet ein neues Gräberfeld mit einem Gedenkstein seiner Bestimmung übergeben.

Der Kirchgemeinde ist es wichtig, zur würdevollen Bestattung sog. Fehl- bzw. Totgeburten zu ermutigen und diese kostenlos zu ermöglichen. Damit wird der Wertschätzung menschlichen Lebens – egal welchen Alters – sichtbar Ausdruck gegeben.

Gern wollen wir diese Möglichkeit der Bestattung aber auch des Gedenkens der jüngsten Verstorbenen in das Bewusstsein der Menschen rücken und haben darum auch an einem ausgesuchten Platz ein Denkmal errichten lassen. Um das Denkmal herum befinden sich (momentan zwei) mit Bodendeckern bepflanzte Grabfelder. Dort können Bestattungen vorgenommen werden und auf Wunsch kleine Platten (mit oder ohne Name) abgelegt werden, die einen Teil des Gedenksteinmotivs (stilisierter Embryo) abbilden.

Lediglich diese kleine Platte im DinA5-Format ist kostenpflichtig (ohne Name 30 € + MwSt.; mit Name 50 € + MwSt.).

Eine Gedenkplatte kann auch abgelegt werden, wenn keine Bestattung erfolgt(e), etwa in Erinnerung einer früheren Fehl- oder Totgeburt oder auch einer (bereuten) Abtreibung.

Eine Ablage von anderen Gedenkgegenständen ist nicht vorgesehen. Zur Trauerfeier bzw. Bestattung kann jedoch eine Kerze entzündet werden. Bei der Bestattung bzw. Gedenkfeier wird in Absprache mit Pfr. Liewald den individuellen Wünschen der Angehörigen weitestgehend entsprochen.

Weitere Informationen finden Sie in der Grabfeldliste im Internet unter:

www.initiative-regenbogen.de

Auskünfte erteilen die MitarbeiterInnen unserer Kanzlei:

Tel. 03733/65320

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