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Beschaffung des neuen Geläutes

Doch je länger dieser Zustand anhielt, desto größer wurde der Wunsch der Gemeinde, wieder ein vollständiges, dem alten ebenbürtiges Geläut zu besitzen. Die Kirchgemeinde nahm mit der Glockengießereifirma Franz Schilling & Söhne in Apolda Kontakt auf und nach einem entmutigenden Kostenvoranschlag seitens der Firma kam man zu dem Schluss, dass dieses Projekt wohl nicht in absehbarer Zeit in Angriff genommen werden konnte. Dennoch blieb man nicht untätig und besorgte sich zwei Glocken (eine aus Oberwiesenthal, eine aus Trunzig), die ursprünglich als Gußmaterial für das neue Geläut dienen sollten. Mit der Einweisung des neuen Pfarrers Helmut Scholz am 12. März 1950 kam frischer Wind in das Glockenprojekt. Pfarrer Scholz erkannte den sehnlichsten Wunsch seiner Gemeindeglieder und machte ihn zu seinem eigenen. Er verhandelte ein halbes Jahr mit der Glockengießereifirma und konnte am 17. Oktober 1950 die Herstellung des Bronzegeläutes von 3 Glocken in des-f-as am Firmensitz in Apolda in Auftrag geben. Die Glocken sollten möglichst bis Weihnachten im Turme hängen. Der Preis, den Pfarrer Scholz ausgehandelt hatte, war zwar nur ein Bruchteil des ursprünglichen Kostenvoranschlages, aber für diese Notzeit immer noch eine ansehnliche Menge Geld. Doch die Sehmaer zeigten eine ungeahnte Spendenbereitschaft. Innerhalb kürzester Zeit konnte die Summe durch Spenden bereitgestellt werden. Die Gemeindeglieder und auch Bürger, die nicht der Kirche angehörten, haben damit bewiesen, dass ihnen der Glockenklang wirklich am Herzen lag. Am 29. November 1950 waren Pfarrer Scholz und ein Mitglied des Kirchenvorstandes mit einem Lastkraftwagen der Firma Martin Burkert in Apolda um 2 Glocken und die Joche des alten Geläutes der Glockengießerei zu übergeben. Eine dieser beiden Glocken war die verbliebene kleine Glocke des ursprünglichen Geläutes, die am Tage zuvor vom Turm geholt worden war. Diese kleine Glocke sollte zur Herstellung unserer Glocken mit eingeschmolzen werden und ist damit immer noch Bestandteil unseres Geläutes. Die zweite Glocke war die aus Oberwiesenthal. Die kleine Glocke aus Trunzig sollte nun bis zur Weihe des neuen Geläutes ihren Dienst tun. Am 2. Dezember 1950 wurden die neuen Glocken in Apolda gegossen.

   
© Evangelisch-Lutherische Pauluskirchgemeinde Sehma